Konkurrenzanalyse

Du willst deine Etsy-Konkurrenz analysieren? Dann aber bitte richtig.

Wie Konkurrenzanalyse dir hilft, ohne dich ins Kopieren, Vergleichen oder Verzetteln zu ziehen.

Buchmockup Warum Dein Etsy-Shop nicht wächst

Du möchtest wissen, was deine Konkurrenz macht und wie du genauso erfolgreich werden kannst?

Verstehe ich.

Wirklich.

Gerade auf Etsy ist es verlockend, nach rechts und links zu schauen. Da sind Shops, die schon tausende Sales haben. Listings mit perfekten Bildern. Produkte, die scheinbar ständig gekauft werden. Titel, Tags, Bewertungen, Bestseller-Badges.

Natürlich fragt man sich irgendwann:

Was machen die anders?

Und kann ich davon etwas lernen?

Meine ehrliche Antwort: Ja, kannst du.

Aber nur, wenn du Konkurrenzanalyse richtig verstehst.

Denn zwischen "Markt verstehen" und "sich in fremden Shops verlieren" liegt ein ziemlich großer Unterschied.

Ich bin inzwischen eher Team: nicht ständig nach rechts und links schauen

Heute schaue ich erstaunlich wenig auf direkte Konkurrenz.

Nicht, weil ich denke, dass ich alles besser weiß. Sondern weil ich über die Jahre gelernt habe, Produkte zu entwickeln, die sich verkaufen können, ohne dass ich ständig fremde Shops ausspähen muss.

Aber: An diesen Punkt muss man erstmal kommen.

Wenn du noch lernst, wie ein Markt funktioniert, welche Produktideen gefragt sind, welche Keywords Kundinnen nutzen und welche Angebote Vertrauen aufbauen, dann kannst du nicht komplett im luftleeren Raum agieren.

Du musst den Markt verstehen.

Du musst nur aufpassen, dass du dich nicht vom Markt verschlucken lässt.

Drei Gründe, warum du deine Konkurrenz analysieren willst

Ich würde drei sehr unterschiedliche Gründe unterscheiden.

Und je nachdem, welcher Grund bei dir gerade ehrlich stimmt, sollte deine Strategie anders aussehen.

1. Du vermutest ein Plagiat oder willst IP-Verstöße prüfen

Das kann ich gut nachvollziehen.

Es gibt kaum etwas Aergerlicheres, als wenn man das Gefühl hat, jemand hat die eigene Idee, das eigene Design, die eigene Formulierung oder das eigene Produktkonzept zu offensichtlich übernommen.

Ich mache solche Checks trotzdem nicht ständig.

Warum?

Weil ich nicht möchte, dass fremde Shops zu viel meiner Energie bekommen.

Wenn ich zufällig etwas sehe, das wirklich problematisch ist, dann diskutiere ich nicht ewig herum. Ich dokumentiere, melde den Verstoss kurz und sachlich auf den passenden Ebenen und gehe weiter.

Nicht, weil es mir egal ist.

Sondern weil mein Fokus nicht auf fremden Plagiaten liegen soll.

Mein Fokus soll auf meinem Business liegen.

Das ist ein Unterschied.

Und ganz ehrlich: Plagiate werden selten so stark wie das Original. Meist verschwenden diese Shops vor allem ihre eigene Zeit, weil sie zwar die sichtbare Idee kopieren, aber nicht das System, die Erfahrung und die Energie dahinter.

2. Du suchst Inspiration für neue Produkte

Das ist der gefährliche Bereich.

Denn natürlich kann es hilfreich sein zu sehen, welche Produkte gefragt sind. Welche Themen wiederkehren. Welche Formate Kundinnen kaufen. Welche Fragen in Bewertungen auftauchen.

Aber hier lauert auch die größte Falle.

Wenn du zu lange in erfolgreichen Shops unterwegs bist, fängt dein Kopf an, Muster zu übernehmen.

Nicht unbedingt absichtlich.

Du siehst ein Layout, eine Idee, eine Struktur, eine Produktlogik. Und später denkst du: Ich mache ja etwas ganz Eigenes.

Nur leider erkennt man die eigenen Produkte oft extrem gut wieder.

Und andere Shopinhaberinnen erkennen ihre Ideen auch.

Ich würde aus eigener Erfahrung sagen: Wenn dein Produkt zu nah dran ist, ist die Chance ziemlich hoch, dass es auffällt. Vielleicht nicht heute. Vielleicht nicht sofort. Aber irgendwann.

Und dann hast du im besten Fall ein unangenehmes Gefühl.

Im schlechteren Fall Nachrichten, Meldungen, IP-Stress oder echte Konsequenzen.

Willst du das?

Ich nicht.

Ich mag mein Leben friedlich, entspannt und trotzdem erfolgreich.

Inspiration ist erlaubt. Nachbauen ist keine Strategie.

Gute Konkurrenzanalyse fragt nicht:

"Wie kann ich das auch machen?"

Sondern:

"Was kann ich daraus über den Markt lernen?"

Das ist ein riesiger Unterschied.

Du kannst lernen:

  • welche Probleme immer wieder auftauchen
  • welche Produktarten Kundinnen suchen
  • welche Begriffe sie verstehen
  • welche Angebote Vertrauen schaffen
  • welche Bewertungen Hinweise auf Wünsche liefern
  • welche Lücken trotz vieler Angebote noch offen sind

Aber du solltest nicht einfach Farben, Aufbau, Produktidee, Titel, Text, Mockups oder Bundle-Struktur übernehmen.

Nicht nur wegen rechtlicher Risiken.

Auch wegen deiner Business-Energie.

Es ist schwer, ein wirklich starkes eigenes Business aufzubauen, wenn du innerlich weißt, dass du zu nah an jemand anderem arbeitest.

3. Du willst das SEO der anderen verstehen

Das finde ich tatsächlich sehr sinnvoll.

Vor allem, wenn du gerade erst eine SEO-Strategie aufbaust.

Aber auch hier gilt: Titel kopieren bringt dir nicht die Magie des Originals.

Wenn ein Listing gut rankt, liegt das nicht nur am Titel. Es liegt an Produkt, Nachfrage, Klickrate, Bildern, Preis, Bewertungen, Verkaufshistorie, Shop-Vertrauen und manchmal auch schlicht an Zeit.

Wenn du also einen erfolgreichen Titel kopierst, kopierst du nicht das System dahinter.

Du kopierst nur die sichtbare Oberfläche.

Und oft rankst du damit nicht besser, sondern wirkst nur austauschbarer.

Was du stattdessen anschauen solltest

Wenn du Konkurrenz-SEO sinnvoll analysieren willst, dann achte weniger auf "Was kann ich übernehmen?" und mehr auf "Welche Suchlogik steckt dahinter?"

Schau dir an:

  • Welche Begriffe tauchen bei mehreren erfolgreichen Produkten auf?
  • Welche Zielgruppe wird sprachlich angesprochen?
  • Welche Problemwörter oder Anlasswörter erscheinen immer wieder?
  • Welche Produktmerkmale stehen weit vorne?
  • Welche Keywords hast du selbst noch gar nicht auf dem Schirm?
  • Welche Begriffe sind eher breit, welche sehr konkret?
  • Welche Suchbegriffe passen wirklich zu deinem Produkt und welche nur scheinbar?

Ads kannst du dabei weitgehend ignorieren, wenn du organische Muster verstehen willst. Anzeigen zeigen dir oft nur, wer gerade bezahlt, nicht unbedingt, was organisch am besten funktioniert.

Die Keywords der Konkurrenz sind nicht dein Ziel. Sie sind Hinweise.

Das ist wichtig.

Wenn du bei einem Bestseller ein Keyword findest, das du noch nicht kanntest, ist das nicht automatisch ein Befehl.

Es ist ein Hinweis.

Du fragst dann:

  • Passt dieser Begriff wirklich zu meinem Produkt?
  • Würde eine Kundin mit diesem Suchwort mein Angebot erwarten?
  • Kann ich dazu ein besseres, klareres oder eigenständigeres Produktversprechen machen?
  • Gehört der Begriff in meinen Titel, meine Tags, meine Beschreibung oder eher in eine spätere Produktidee?

So wird Konkurrenzanalyse nützlich.

Nicht als Kopiermaschine.

Sondern als Radar.

Wenn du nach der Analyse entmutigt bist, war sie nicht gut

Ein gutes Zeichen für falsche Konkurrenzanalyse ist dieses Gefühl:

Alle sind weiter.

Alles gibt es schon.

Ich bin zu spät.

Mein Produkt ist nicht gut genug.

Dann hast du wahrscheinlich zu lange auf Ergebnisse geschaut und zu wenig auf Muster.

Konkurrenzanalyse soll dich nicht kleiner machen.

Sie soll dir helfen, klarer zu sehen.

Wenn du danach nur entmutigt bist, brauchst du keine weitere Analyse. Du brauchst eine bessere Frage.

Zum Beispiel:

"Welche Lücke sehe ich, die zu mir und meiner Kundin passt?"

Oder:

"Welche Suchbegriffe tauchen auf, die ich in meiner Strategie noch nicht sauber einsortiert habe?"

Die beste Konkurrenzanalyse endet bei deiner eigenen Strategie

Am Ende muss Konkurrenzanalyse wieder zu dir zurückführen.

Zu deinen Produktideen.

Zu deiner Kundin.

Zu deiner Suchlogik.

Zu deinem System.

Wenn du nach einer Analyse nur mehr Tabs offen hast, aber keine klarere Entscheidung triffst, war sie nicht tief genug.

Wenn du danach weißt, welche Keywords du prüfen willst, welche Produktidee du anders denken musst oder welche Lücke spannend ist, dann war sie sinnvoll.

Mein Fazit

Ja, analysiere deine Konkurrenz.

Aber bitte richtig.

Nicht, um dich zu vergleichen.

Nicht, um Titel zu kopieren.

Nicht, um möglichst nah an Bestseller heranzurücken.

Sondern um Marktlogik zu verstehen.

Um Keywords zu entdecken, die du im eigenen Tunnelblick übersehen hast.

Um zu erkennen, welche Suchabsichten, Produktversprechen und Vertrauenselemente wirklich wichtig sind.

Und dann gehst du zurück an dein eigenes System.

Denn dein Ziel ist nicht, wie ein anderer Shop auszusehen.

Dein Ziel ist, ein Business aufzubauen, das gefunden wird, verkauft und sich trotzdem nach dir anfühlt.

Wenn du noch keine richtige SEO-Strategie hast, ist das der Punkt, an dem du anfangen solltest. Nicht mit mehr Kopieren. Nicht mit mehr Tabs. Sondern mit einer Struktur, die aus Keywords, Produktideen und Suchabsicht einen Plan macht.

Es gibt tatsächlich einen einzigen Fall, in dem ich es sinnvoll finde, etwas von der Konkurrenz bewusst nachzubauen. Aber nicht so, wie du vielleicht denkst. Diesen Fall erkläre ich in meinem Buch zu Produktideen, das demnächst kommt. Wenn du wissen willst, wann genau, komm am besten in meinen Newsletter.

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